Washington – Boston – New York: Mein USA Urlaub

Samstag, März 26, 2016 0 34

Washington – Boston – New York – Vor kurzem war es soweit und ich trat meine erste Reise in die USA an. Für mich als Shopping- und Reisefan war ich bereits Wochen zuvor total aufgeregt. Wie würde ich den 8h-Flug überstehen, wie fühlt sich Jetlag an und wie wird es in meiner Highlight-Stadt New York wirklich sein? Sind die von Sex & the City und Co. kreierten Bilder Realität oder doch nur TV-Illusion? Und natürlich: Was werde ich in Sachen Shopping erbeuten?

Hier berichte ich euch über meinen knapp zweiwöchigen Aufenthalt in den USA, aufgrund der Menge der Erlebnisse etwas ausführlicher.

Festival und Geschichte in Washington

Mein Freund und ich sind ja begeisterte Konzertgänger und daher startete unsere Städterundreise im Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Washington, wo wir das Shamrock Fest besuchten. Von Stuttgart aus ging es nach Paris und dann weiter nach Washington. Den langen Flug über den großen Teich habe ich dank Filmprogramm an Bord als erstaunlich kurzweilig empfunden. Vor der Ankunft am amerikanischen Flughafen hatte ich auch ein bisschen Respekt und es ist schon ein komisches Gefühl, dass man einen Fingerabdruck abgeben muss und die Beamten dich wie bei einem Verhör löchern. Aber im Endeffekt war auch das natürlich total problemlos.

In Washington ging es dann am nächsten Tag zum Treffen mit Freunden aus den USA und gemeinsam direkt zum Festival, das sich sozusagen als Vorfeier zum St. Patrick’s Day versteht. Tausende Menschen in Grün und viel Irish Folk Punk versprachen ein tolles Festival. Der erste Schock kam bei den Bier- und Essenspreisen: Ein Bier für 10 Dollar, was fast 10 € entspricht. Das war eine absolute Frechheit und wir hielten uns daher lieber an ein gemeinsames Getränk.

Erstaunlich, dass trotz der horrenden Preise so viele der jungen Leute vor Ort bereits am frühen Abend sturzbesoffen waren und sich das Verhalten leider immer mehr verschlechterte. Trauriger Höhepunkt: Eine junge Frau meinte in ihrem Suff doch allen Ernstes neben das Mischpult pinkeln zu müssen.

In aller Seelenruhe hat sie vor allen Leute ihre Hose runter gezogen und die Welt nicht verstanden, als ein Security sie entsetzt wegzog. Ich habe auch gern Spaß und war natürlich schon auf Festivals betrunken, aber dieses Publikum war mehr Spring Break als fröhliche Musik-Fans und leider hat das uns ein bisschen die Stimmung verdorben. Leider machte sich bei mir dann gegen 20 Uhr (bei uns ca. 2 Uhr nachts) der Jetlag schlagartig mit einer enormen Müdigkeit bemerkbar, sodass wir früher zurück ins Hotel gingen.

Die nächsten Tage erkundeten wir Washington und all die berühmten Sehenswürdigkeiten, die natürlich beeindruckend waren. Was mir bereits dort positiv aufgefallen ist: Die Stadt ist entgegen der weit verbreiteten Vorurteile sehr umwelt – und gesundheitsbewusst. Recycling-Papier, Öko-Diesel und Co. sah man hier an jeder Ecke, genauso wie frische Salate, Obst in den Restaurants und sehr viele Jogger. Jetzt könnte man sagen, dass Washington natürlich auch eine Vorbildfunktion hat, aber in Boston und New York habe ich ähnliche Eindrücke gesammelt. Tatsächlich waren wir oft die einzigen beiden, die sich einen fetten Burger reinzogen, während die anderen Gäste ihren Salat aßen.

Shipping Up to Boston

Von Washington haben wir nach Boston einen Inlandsflug genommen. Am Flughafen habe ich dann nach meiner Mini-Challenge „10 Tage ohne Süßigkeiten“ zum ersten Mal wieder etwas Süßes gegönnt und zwar einen Red Velvet Cake. Es war einfach göttlich! In Boston stand  dann ein musikalisches Highlight für uns auf dem Plan: Wir sahen die Dropkick Murphys live im House of Blues in Boston. Das ist deswegen so besonders, weil die Band aus der Stadt kommt und die Location als Lokalmatador rund um den St. Patrick Day fünf Mal hintereinander ausverkauft hat! Vor allem die Hymne „Shipping Up To Boston“ brachte wie erwartet die Stimmung zum Kochen!

Boston selbst ist aber natürlich auch einen Besuch wert. Es wird ja auch als die europäischste Stadt der USA bezeichnet, was ich natürlich nicht zu 100% bestätigen kann, da ich noch nicht so viel von den USA gesehen habe. Allerdings hat mich die Architektur durchaus an Dublin oder Hamburg erinnert, eine sehr schöne Stadt – auf jeden Fall. Was nicht so schön war: Die Lebensmittelpreise! Boston gilt nämlich auch als eine der teuersten Städte und das merkt man! Ca. 30% teurer waren die Lebensmittel und einen Restaurantbesuch haben wir uns währen der drei Tage gleich verkniffen.

Das war zum Glück auch nicht nötig, da mein Freund ein super Apartment mit drei Zimmern, zwei Bädern und richtiger, amerikanischer Küche gebucht hatte. Leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt und am ersten Tag hat es viel geregnet, was die Erkundung zu Fuß etwas anstrengend macht. Insgesamt haben wir aber doch viel von der Stadt gesehen, inklusive dem Hafen, in dem die berühmte Boston Tea Party stattfand.

Ich werd dann mal arm beim Shopping in New York

Von Boston ging es per Zug innerhalb von knapp vier Stunden nach New York. Wir haben uns bewusst für diese Reiseart entschieden, weil sie doch ein bisschen charmanter ist und im Endeffekt nicht langsamer ist als per Flugzeug wenn man mit die ganze Wartezeit am Flughafen einrechnet. New York war ja wie bereits erwähnt mein Highlight der Reise, auf das ich mich schon sehr gefreut hatte.

Als wie dann an der Penn Station mitten in Manhattan ankamen, waren erstmal meine schlimmsten Befürchtungen wahr: Menschen über Menschen, die sich gehetzt aneinander vorbei schoben.

Für mich als leicht klaustrophobischen Charakter kein schönes Gefühl und so konnte ich auch erst nach ein paar Schritten die Wolkenkratzer um uns herum bewundern. Für mich persönlich entsprach New York und vor allem Manhattan zu 100% meiner Vorstellung und dem Bild aus dem Fernsehen und den Filmen. Dass wir von unserem Zimmer aus sogar einen Blick auf das Empire State Building hatten, war dann echt surreal. Irgendwie kam ich mir die ganze Zeit selbst vor wie in einer Filmkulisse, es war einfach alles groß und hoch und irgendwie unrealistisch. In New York waren wir am St. Patrick’s Day dann nochmal bei einem kleinen Konzert der Narrowbacks und auch hier schlug das Bier wie bereits erwartet mit 10 Dollar zu Buche. Aber wer nach New York reist und sich über die teuren Preise beschwert, sollte es lieber gleich bleiben lassen.

Meine Sightseeing Highlights

Was ich auf jeden Fall empfehlen kann, ist das 7-Tages Ticket für die U-Bahn, das 30 Dollar kostet und unbegrenzte Nutzung erlaubt. Das lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn man kürzer da ist und wie wir viel zu Fuß macht. Der Eintritt zum Rockefeller Center bzw. der Aussichtsplattform Top Of The Rocks hat ebenfalls 30 Dollar pro Nase gekostet, aber einen der berühmten Wolkenkratzer zu besuchen, ist natürlich ein Muss in New York. Die Aussicht ist einfach atemberaubend! Gleiches gilt natürlich für den Times Square. Die riesigen, beleuchteten Werbetafeln muss man natürlich am besten abends sehen. Sie sind dann so hell, dass man tatsächlich denkt, es wäre Tag!

Ebenfalls ein Must vistit (vor allem für Sportfans) ist der Madison Square Garden, in dem wir ein Spiel der New York Knicks gesehen haben. Obwohl ich kaum einen Sport schaue oder verstehe, war das Ganze aufgrund des bunten Rahmenprogramms sehr unterhaltsam und die Atmosphäre natürlich einmalig!

Neben den typischen touristischen Highlights, erkunde ich eine Stadt auch immer gerne kulinarisch und dieses Mal standen zwei extrem gehypte Läden auf meiner Wishlist:

  1. Black Tap mit perversen Burgern und Milchshakes
  2. The Bagel King mit den berühmten, bunten Bageln

Wie ich schon befürchtet hatte, waren vor beiden Läden extrem lange Schlangen und sogar ein Türsteher mit Absperrseil! Da mir meine kurze Zeit für mehrere Stunden anstehen dann doch zu schade war, habe ich auf beides letzten Endes verzichtet und den Rest der fabelhaften Stadt genossen.

New York ist eine Stadt, die den Begriff „vielseitig“ neu definiert. Jeder Stadtteil zeigt ein anderes Gesicht der Stadt und während Manhattan glamourös, sexy und irgendwie auch angeberisch ist, ist Brooklyn ein bisschen dreckig, cool und echter.

Inzwischen gehört es natürlich auch schon zu den In-Vierteln, auch durch Serien wie 2 Broke Girls, das in Williamsburg spielt. Apropos: Natürlich war auch der Besuch der Brooklyn Bridge ein Highlight für mich, das ich nicht so schnell vergessen werde. Auch toll fand ich Soho und das Meatpacking District, weil man hier natürlich auch viele coole Mode-Boutiquen findet.

Das Shopping in New York!

Das bringt mich zum wichtigen Thema Shopping. Natürlich ist Amerika für mich als Deutsche allgemein ein Einkaufs-Mekka, weil es dort einfach tolle Marken gibt, die ich hier nicht bekomme. Hätte ich unbegrenztes Budget, könnte ich problemlos mehrere tausend Dollar hier ausgeben. Da dies leider nicht so ist, habe ich mich beim Shooping auf folgendes konzentriert:

  1. Läden, die ich einfach mal sehen muss ohne unbedingt etwas zu kaufen
  2. Produkte, die es nur in den USA gibt
  3. Produkte, die in den USA günstiger sind

Ich war im Macy’s am Times Square und war leider etwas enttäuscht, weil es eigentlich nur eine amerikanische Version der Galeries Lafayette oder des KaDeWe war. Ich weiß aber auch nicht wirklich, was ich erwartet hatte. Es gibt halt sehr viel von günstig bis High End – aber wahrscheinlich lag meine mangelnde Begeisterung eher daran, dass ich den Fokus auf Beauty-Produkte statt auf Kleidung gelegt hatte. Dabei hatte ich vor allem drei Marken im Kopf: Anastasia Beverly Hills, Kat von D und Too Faced. Unabhängig davon wollte ich auch unbedingt in einen Target, eine Art Kaufland. Hier gibt es gerüchtweise tolle Kosmetik und auch hier war ich angesichts der Auswahl etwas überfordert.

Da es die derzeit gehypte Mascara von Pacifica leider nicht gab, habe ich hier nur Mitbringsel und zwei günstige Glitzerlidschatten für je 1 Dollar sowie eine Haarkur gekauft. Insgesamt hatte ich mir auch von Target mehr versprochen, aber in anderen Filialen sieht das vielleicht anders aus (Ich war in der in Harlem). Die Maybelline The Rock Nudes Palette für 12 Dollar hatte ich davor schon in Boston gekauft, denn die gibt es hier in Deutschland noch nicht!

Meinen finalen Beauty-Kaufrausch habe ich dann in einem Sephora in der Nähe des Times Square erlebt: Lange habe ich überlegt, ob ich mir die Chocolate Bar Lidschattenpalette von Too Faced wirklich kaufen sollte – denn mit 50 Dollar ist sie für mich schon relativ teuer. Da ich aber jedes Mal auf Instagram neidisch werde, wenn ich sie sehe, habe ich mich überwunden und darf sie nun endlich mein Eigen nennen. Genau wie einen Lippenstift von Kat von D! Ich habe übrigens nichts von MAC gekauft, obwohl die Lippenstifte dort mit 15 Dollar tatsächlich wesentlich günstiger sind als hier. Hätte ich mehr Shoppingbudget gehabt, hätte ich auch hier noch zugeschlagen.

Wie ich ja schon oft zugegeben habe, schaue ich gerne Keeping Up with the Kardashians und bin bekennender Fan der Beauty- und Mode-Looks der Familie – abzüglich der aufgespritzten Lippen und Künstlichkeit, für mich darf es ein bisschen natürlicher sein. Daher musste ich natürlich unbedingt in den Laden DASH in Soho, denn tatsächlich haben die Schwestern ja wirklich mal mit einer normalen Arbeit und Modeboutiquen angefangen. Die Klamotten haben mir auch wirklich gut gefallen, allerdings hab es kein Teil unter 100 Dollar und so habe ich mir als Souvenir einen strassbesetzten Taschenspiegel für 20 Dollar gekauft – So viel zum Thema Natürlichkeit ;-)

Und da ich ein Opfer bin, musste ich auf der Rückreise im Duty-free-Shop in Paris nochmal zuschlagen: Ein exklusives Lidschatten-Travelset von Lancome und der fantastische Lippenstift von Gerlain mussten noch mit nach Hause! Ich habe insgesamt ca. 150 € für mein Shopping ausgegeben und freue mich, fast alles bekommen zu haben, was ich wollte.

New York ist eine Stadt, in der man wahrscheinlich auch nach 10 Jahren noch Neues entdeckt, das einzig Konstante in der Stadt, die niemals schläft, ist der Wandel. Die typischen Imbisswägen mit frischem Essen nachts um zwei, die grenzenlose Auswahl in jedem Bereich und die Vielfalt in Sachen Kultur und Menschen ist wohl einfach unschlagbar und ich weiß schon jetzt, dass ich definitiv nochmal in diese Stadt zurückkehren möchte!

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