H&M Balmaination – Eine Fashion-Epidemie?

Freitag, November 6, 2015 0 5

Fotos: © H&M

Balmaination hieß das jüngste Spektakel in der Modewelt, denn diese Woche war es mal wieder soweit: Bei H&M startete der Verkauf einer wie immer extrem gehypten Designer-Kollaboration. Nach Alexander Wang im letzten Jahr, war es dieses Mal das Luxuslabel Balmain, das uns Anhänger der Fast-Fashion Kette mit einem Hauch Luxus verwöhnen sollte. Designer Oliver Rousteing, der mich übrigens immer ein bisschen an die Botox-Boys erinnert, kleidet sonst die „Fäääschen-Elite“ Hollywoods ein. Unter anderem schnürt Kim Kardashian regelmäßig ihre Kurven in die Entwürfe des französischen Labels und wo eine Kardashian drinsteckt, sind die anderen nicht weit. Schwester Kendall Jenner, die gerade so ziemlich alle Cover ziert, tanzte werbewirksam mit einer Gruppe anderer Models im Promotion-Video.

Natürlich durfte auch eine Fashion Show mit der coolen „Squad“ (so heißt das jetzt) mit Model-Kollegin und Freundin Gigi Hadid nicht fehlen. Das Ganze bekam dann den verheißungsvollen Titel Balmaination und soll wohl suggerieren, dass man nur mit den Klamotten des Labels zu diesem exklusiven Fashion-Heer gehören kann – eine kleine Mode-Nation mit Label-Stempel inklusive Hashtag-Exzess!

Zahlreiche andere Promis, die natürlich die Kollektion vorab „werbeschaulaufen“ durften, ergänzten das Promotion-Paket, aus dem Marketingmanager-Träume gemacht sind. All das und die Erfahrungen der letzten Jahre, hätte die Kundinnnen und Kunden (der Männeranteil an „Balmain-Infizierten“ ist verschwindend gering) vorbereiten müssen.

Spätestens nachdem beim exklusiven „Pre-Shopping“-Event in der illustren Gesellschaft von Promis sämtliche Kleiderstangen innerhalb von Minuten dem Erdboden gleichgemacht wurden, war klar: Die Balmaination toppt den Wahnsinn der vorherigen Kollaborationen noch.

Balmain for H&M

Objekt der Begierde: Lederjacke von Balmain, Foto: © H&M

Natürlich war ich selbst auch an der Kollektion interessiert, bei vielen der extravaganten Teile musste ich mir aber eingestehen, dass sie oft nur an Models so „High Fäääschen“ aussehen und trotz H&M eben doch ab 50 € aufwärts kosteten. Eines der wenigen Stücke, das mich wirklich gereizt hätte, war die Lederjacke – allerings kostete die dann eben auch 300 €. Dennoch schaute ich am Tag der Verkaufsstarts kurz auf die Seite, die natürlich wieder lahm gelegt war. Die wütenden Kommentare auf der H&M Facebook-Seite waren besser als Kino. Kein Wunder, dass der Server in die Knie gezwungen wurde: Tausende Fashion-Hungrige wollten zur gleichen Zeit auf ein paar Teile zugreifen – abgesehen von denen, die sich Urlaub genommen hatten und schon seit Stunden vor den Läden anstanden. Nur um das nochmal vor Augen zu führen: Es geht um Kleidung, für die man bezahlen muss!

Bei der amerikanischen Cosmopolitan gibt es ein paar anschauliche Videos über den Wahnsinn in den H&M-Shops.

Ganz ehrlich: Leidenschaft für Mode ist etwas Gutes und ich kann es vielleicht noch nachvollziehen, wenn man seit Jahren Fan des Labels ist und ewig auf diesen Tag hingespart hat. Aber bei vielen der Geschichten, die man liest oder sieht, zweifelt man ernsthaft an der geistigen Gesundheit dieser Frauen.

Der Begriff „Fashion Victim“ bekam für mich mit der Balmaination jedenfalls einen völlig neuen Charakter. Wer sich so von Mode versklaven lässt, dass er Vernunft und Anstand verliert, ist eigentlich arm dran!

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