Rockharz Open Air 2015 – warum ich Festivals so liebe

Montag, Juli 13, 2015 0 4

Letzte Woche habe ich das Rockharz Open Air 2015 in Ballenstedt besucht und ich konnte wieder den einzigartigen Charme erleben, der Festivals (in meinem Fall Metal- und Rock-Festivals) ausmacht. Vier Tage, in denen bunt gemischte Menschen den Alltag hinter sich lassen und ein bisschen sozial akzeptierten Hedonismus zelebrieren. Sieht man dort viele spärlich bekleidete Menschen? Ja! Ist es bei allen zu ihrem Vorteil? Nein. Ein Sixpack bekommt man definitiv hier öfter in Bier- als in Bauchform zu sehen. Metalheads grüßen sich je nach Tageszeit vom Alkohol und der Musik euphorisiert mit dem obligatorischen Trinkhorn, in dem sich Bier, Met oder das Getränk der Wahl befindet. Mit zunehmendem Alkoholpegel sinkt die Fähigkeit zur Eloquenz in den Minusbereich – und das ist auch völlig ok so.

Genau das macht den Charme von Festivals aus, denn hier sind tausende Menschen vereint, um einfach eine gute Zeit zu haben – Raus aus dem grauen Alltag, rein in das schwarze Mekka aus Exzess, Musik und Lebensfreude!

Nirgendwo gibt es so viel zu Staunen, wie auf Festivals. In Sachen Be- und Verkleidung bekommt man hier Einiges geboten. Sicherlich, auf Hardrock und Metal Festivals wie dem Rockharz sind die meisten Besucher alltagstauglich unterwegs: Band-Shirt, Kutte oder Hoodie und eine Hose mit möglichst vielen Taschen für die kleinen Festival-Allerleis. Doch dann gibt es eben diese goldenen Momente, in denen plötzlich ein Mann mit Indianer-Kopfschmuck neben dir steht, ein Einhorn sich beim Stage Diving versucht oder ein Festival-Fotograf in einem Katzen-Kostüm aus Plüsch an dir vorbeihuscht.

Totenkopf-TascheFür mich als Fan von Totenköpfen und dem typischen Rock Chic gab es auch bei diesem Festival in Sachen Shopping Einiges zu entdecken. Schwarz war hier natürlich die dominante „Farbe“ und bei den dunklen Fashion-Buden, die das Gelände säumten, bin ich oft ins Schwärmen gekommen. Besonders die Labels Queen of Darkness und Vixxsin Clothing habe ich dabei entdeckt. Teilweise waren mir die Preise mit 50 € für Basics zu hoch, vor allem weil es durchschnittliche Materialien waren. Für ein Seidenshirt bin ich durchaus bereit einen solchen Preis zu bezahlen, aber nicht für ein Shirt aus Baumwolle. Aber bei einer Handtasche konnte ich dann doch nicht nein sagen: Totenkopf und Strasssteine im „Glamrock“-Design vereint – die musste ich haben. Gefunden habe ich sie an dem Stand von Instinctive Clothing. Sie ist von dem No Name Label fhd und aus Lederimitat.

Natürlich wurde ich nicht nur modisch, sonden auch musikalisch inspiriert. Denn ich habe Hammerfall zum ersten Mal live gesehen und sie haben mich umgehauen. Ja, Szenekenner werden jetzt aufstöhnen, weil es die Metal-Größen schon seit 1993 gibt, aber besser spät als nie, oder?

Ich stehe auf gute Rockmusik, auch die der härten Gangart – aber ich brauche Melodie. Die die Melodie lässt die Musik letzten Endes in meiner Erinnerung bleiben.

Hammerfall sind in dieser Hinsicht für mich geniale Brüder des ikonischen Iron Maiden Sounds – Heroische Hymnen, die mit dramatischen, donnernden Auftakten beginnen, um in sirenenhaften Refrains zu explodieren. Gerne werden auch die selben Lines fünfmal hintereinander gesungen – aber bei Songs wie „Hearts on Fire“  oder „Bloodbound“– wen stört es?

Und wenn sich tausende Pommesgabeln synchron dem dunklen Himmel entgegenrecken und von der bombastischen Lichtshow erleuchtet werden, ist das pure Metal-Magie!

Insgesamt waren die vier Tage in Ballenstedt wieder ein voller Erfolg, vor allem weil wir ganz komfortabel in einer Ferienwohnung genächtigt haben und so den „Helga-Rufen“ auf dem Zeltplatz entgangen sind. Man wird eben auch nicht jünger und wer sagt schon, dass Rock’n’Roll und ein bisschen Komfort sich ausschließen?

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